Jürgen  Beineke
 

Homepage eines zornigen Bürgers






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Blog

 Established: 15. April 2018


Mithilfe dieses Blogs werde ich

mich in das politische Tagesgeschehen einmischen und

u. a. meine Post an exponierte Politiker und Medienmitarbeiter, auch Repräsentanten des öffentlichen Lebens, denen ich nach entsprechender Agitation durch sie Protestbriefe mit handfester Begründung zugesandt habe, veröffentlichen.

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2020-05-21

»Die Gier der Verbraucher nach billiger Wurst und günstigem Hack«

Politik/Medien-Kumpanei: Über Jahre hinweg haben sie uns erzählt, wie geil die Jobentwicklung in Deutschland verlief, haben gar vom zweiten deutschen Wirtschaftswunder geschwärmt. Sie lobten die Regierung in den höchsten Tönen, alles war Superlative. Dass die wundersame Jobvermehrung durch immer größere Zerstückelungen herkömmlicher Arbeitsverhältnisse erfolgte und schließlich in menschenrechtsunwürdige und letztlich sittenwidrige Beschäftigungsverhältnisse einmündete, mit de facto weitgehend rechtlosen Arbeiternehmern aus osteuropäischen Billiglohnländern, war für diese Medien nicht der Rede wert, wurde als Kollateralschaden verschwiegen.

Und jetzt, wo diese Medien die arbeitsrechtlichen und gesellschaftspolitischen Skandale der AGENDA 2010-Politik nicht mehr ignorieren können, weisen sie – obszön, wie sie sind – der Bevölkerung, in diesem Falle den Verbrauchern unter ihr, die Schuld zu.

Es wird höchste Zeit, diverse Medienmitarbeiter auf ihre systemdienliche Agitation und darauf hinzuweisen, dass sie mit zu den signifikanten Verursachern der von ihnen scheinheilig kommentierten Missstände gehören, dass sie selbst es sind, die hieran signifikante Mitschuld tragen.

Ein erneuter Versuch!

[Bei diesem Beitrag handelt es sich um mein Blog aus der Freitag-Community]

From: j.beineke@t-online.de
Sent: Thursday, May 21, 2020 4:18 PM |To: andreas.niesmann@rnd.de
Subject: Ausgabe ‘Ruhr Nachrichten Castrop-Rauxel’, 21.05.2020, Seite 2
Arbeit in den Schlachthöfen:Das Ende der Lohnsklaverei

Siehe auch: Das Ende der Lohnsklaverei in den Schlachthöfen

          »Die Pandemie hat den deutschen Verbrauchern schonungslos vor Augen geführt, welche Folgen ihre Geiz-ist-geil-Mentalität an Supermarktregalen und Kühltheken hat. Und zwar sowohl für Tier als auch für Mensch.

          Um die Gier der Verbraucher nach billiger Wurst und günstigem Hack zu befriedigen, tritt die Fleischindustrie nicht nur das Tierwohl mit Füßen. Sie hat auch eine moderne Form der Lohnsklaverei erschaffen.«

Hallo Andreas Niesmann,

          »Stammbelegschaften wurden über Jahre abgebaut und durch ein Heer von namen- und de facto weitgehend rechtlosen Arbeitern aus osteuropäischen Billiglohnländern ersetzt, die häufig genug von windigen Subunternehmen in die Schlachthöfe gekarrt wurden.«

Und das alles „um die Gier der Verbraucher nach billiger Wurst und günstigem Hack zu befriedigen“?

Sagen Sie mal, haben Sie noch alle Tassen im Schrank?

War es nicht vielmehr Media-Saturn, der Betreiber der deutschen Elektronik-Fachmarktkette, die zugleich die größte Europas ist und die ihre Kundschaft mit diesem Slogan konditioniert hat?

War es etwa „die Gier der Verbraucher nach billiger Wurst und günstigem Hack“, die die Sippschaften von Aldi und Lidl zu Multimilliardären gemacht hat?

Die Gründungs-Väter der Vorzeige-Diskounter ALDI und Lidl haben mithilfe der angeblichen Billigpreise ein Milliarden-Vermögen gescheffelt und deren Familien gehören zu den reichsten weltweit.
»Als Karl Hans Albrecht 2014 im Alter von 94 Jahren verstarb, war der Besitzer von Aldi Süd laut Forbes mit einem geschätzten Vermögen von 25 Milliarden Dollar der reichste Mann Deutschlands. Die Angehörigen seines jüngeren Bruders Theo Albrecht, der bereits vier Jahr zuvor 88-jährig gestorben war, listete das Business-Magazin im gleichen Jahr auf Rang drei der wohlhabendsten Deutschen.
Dazwischen lag damals Dieter Schwarz - und auch er verdankt seinen Reichtum zum Teil den Aldi-Brüdern. Als Eigentümer von Lidl verfolgt Schwarz das gleiche Geschäftsmodell wie Aldi: das Discount-Prinzip.«

Ja, die hemmungslose Ausbeutung ost- und südosteuropäischer Arbeiter als Geschäftsmodel für die wunderbare Geldvermehrung in den deutschen Schlachthöfen wird seit Jahren scharf kritisiert. Sie eröffnen nicht zuletzt auch die Chance, auf dem Weltmarkt um Exportanteile zu konkurrieren. Der größte deutsche Schlachtbetrieb, Tönnies aus dem nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück, erzielte im vergangenen Jahr mit der Verarbeitung von 20,8 Millionen Schweinen - davon mehr als drei Viertel in Deutschland - sowie von 440.000 Rindern einen Rekordumsatz in Höhe von um die 7,3 Milliarden Euro. Angaben zu seinem Gewinn macht das Unternehmen nicht.

Sie sollten Konsumenten nicht dafür tadeln, so preiswert wie möglich einzukaufen. Das ist das herrschende Prinzip unserer Gesellschaft. Und Sie wissen ganz genau, dass Unternehmen Bedarfe regelrecht züchten. Siehe Autoindustrie, die aktuell wieder einmal vom Staat verlangt, mangelndem Kaufinteresse mit Käuferködern zu begegnen.

Die Lebensmittel sind zu billig.

Unter diesem Narrativ läuft seit Wochen die konzertierte Kampagne deutscher Medien. Bei Ihnen heißt das: »Um die Gier der Verbraucher nach billiger Wurst und günstigem Hack zu befriedigen, tritt die Fleischindustrie nicht nur das Tierwohl mit Füßen«.

Und dieses unternehmerische Konditionieren der Kundschaft ist auch die Absicht der Medienprodukte Ihres Hauses, das von DER SPIEGEL und SZ, um nur ein paar zu nennen. – Ihr begleitet die neoliberale Ausbeutungspolitik des „Parteienkartells aus CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNEn“ seit Dekaden mit Chorgesang. Und jetzt labern Sie uns doofen Bürgerinnen und Bürgern mit diesem läppischen Kommentar die Ohren voll, wollen in bekannter Manier die Schuld für unerträglich prekarisierte Arbeits- und Lebensbedingungen, in diesem Fall „de facto weitgehend rechtlosen Arbeitern aus osteuropäischen Billiglohnländern“, dem Verbraucher in die Schuhe schieben.

Was habt Ihr euch doch all die Jahre für Mühe gegeben, uns die AGENDA 2010-Politik des „Parteienkartells aus CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNEn“ schmackhaft zu machen. Alle Schweinereien dieser Politik wurden von euch in Symbiose mit monetären Machthabern und ihren Politikvasallen öffentlich promotet, auch über das Mittel der Diskreditierung gegenläufiger Ansichten und Meinungen bzw. deren Protagonisten.

Und damit sind wir bei einem anderen Thema gelandet, nämlich bei EURER MITSCHULD an diesem Dilemma, dem sich Ihr Standpunkt widmet: GeldPolitikMedien haben sich längst zur Gestaltung und Pflege einer symbiotischen Kultur der Kumpanei zusammengetan.

Die Voraussetzungen für diese skandalösen und erbärmlichen Zustände wurde in feinem Zusammenspiel zwischen euch und Politik und mithilfe der erwähnten AGENDA 2010-Politik des „Parteienkartells aus CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNEn“ signifikant/schuldhaft herbeigeführt.

Die BRD seit Gerhard Schröder wurde von Ihnen Dreien, den monetären Machthabern, deren politischen Vasallen und dem Propagandaapparat der Medienlandschaft, gezielt zu Europas Billiglohnland Nr. EINS umgebaut. Ihr habt dafür herkömmliche Arbeitsverhältnisse fragmentiert und modulisiert, habt das seit 1960 nahezu gleichgebliebene Arbeitsvolumen von ca. 58 bis ca. 61 Milliarden Arbeitsstunden von ehemals rund 26 Mio. auf 44,5 Mio. einkommensabhängiger Personen umverteilt.
Von 1991 bis 2010 z. B. wurde lt. Böckler Impuls, Ausgabe 03/2012, die Anzahl der Beschäftigen im Öffentlichen Dienst um 1,6 Millionen gesenkt; das sind über 30 Prozent.

»Die erfolgsverwöhnten Deutschen«

(so Ihr Kollege Matthias Koch in den Ruhr Nachrichten (Ausgabe ‘RN DN-Dorsten’, 01.11.2018))

sind »in wechselnden Koalitionen« systematisch prekarisiert worden: Die Masseneinkommen der deutschen Bevölkerung wurden massiv reduziert, das Geld den monetären Machthabern zur Verfügung gestellt.

Die Löhne der Beschäftigten entwickeln sich durch Leiharbeit und Werkverträge immer mieser, während die Bezüge der Vorstandsebene explodieren. Viele Arbeitsplätze wurden ausgesourced, um sie dem Tarifrecht zu entziehen und die Stelleninhaber schlechter zu bezahlen. Verschärfte Ausbeutung durch einen wachsenden Niedriglohnsektor, Sozial- und Bildungsabbau (u. a. Lehrermangel), Aneignung gesellschaftlichen Eigentums durch Privatisierung sind Alltag. – Das ist der ausdrücklich gewünschte Nährboden.

Und was schreiben sie für einen Blödsinn:

          »Dass die Politik mit diesen Zuständen endlich Schluss machen will, ist richtig. Dass sie sich dafür so viele Jahre Zeit gelassen hat, ist bitter. Und dass es einer solchen Extremsituation wie der Corona-Pandemie bedurft hat, um diese überfälligen Reformen anzustoßen, ist einfach nur beschämend.«

„mit diesen Zuständen endlich Schluss machen will“? Diese Zustände sind mit eurer medialen Hilfe durch Politik bewusst herbeigeführt worden, auch durch den von Ihnen so hochgelobten Arbeitsminister Hubertus Heil, einen glühenden Anhänger der Schröderschen AGENDA-Politik. – Offensichtlich wollen Sie sich und den anderen Verursachern dieser miesen Zustände Absolution erteilen.

Sauberes systemisch/analytisches Denken scheint Ihnen fremd zu sein. Sie bevorzugen systemtreue Agitation und Konditionierung der Bevölkerung à la Media Markt.

Für Ihre Redaktion gibt es nur »die erfolgsverwöhnten Deutschen« und »die Gier der Verbraucher nach billiger Wurst und günstigem Hack«.

Mit eher unfreundlichen Grüßen
Jürgen Beineke

[Bei diesem Beitrag handelt es sich um mein Blog aus der Freitag-Community]

Admin - 14:03:44 @

 

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