Jürgen  Beineke
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Homepage eines zornigen Bürgers


Janusz-Korczak-Gesamtschule Castrop-Rauxel: »Wer hat hier gepennt?« _ Update

3. August 2019

Diese Dokumentation erfolgt anlässlich eines lokalen Zeitungsartikels von Marcel Witte in der Ausgabe 'Ruhr Nachrichten Castrop-Rauxel', 10.05.2019, Seite 15: Gesamtschule für den Norden?

Der Autor: »CASTROP-RAUXEL. Es klingt paradox: Im vergangenen Jahr lief die Janusz-Korczak-Gesamtschule in Ickern aus. Nur ein Jahr später wird aber wieder eine weiterführende Schule benötigt. Die Tendenz ist klar.«

»Die Zahlen zeigen, dass knapp 60 Prozent der Castrop-Rauxeler Schüler an weiterführenden Schulen nicht auf ein Gymnasium gehen. Doch eine neue Schule muss her, um den Bedarf zu decken. Die Tendenz geht daher zu einer neuen Gesamtschule im Castrop-Rauxeler Norden. Denn bereits jetzt zieht es einige Schüler an weiterführende Schulen in anderen Städten. „Der Norden ist in Sachen Schulangebote unterversorgt“, stellt die Ausschussvorsitzende Katrin Lasser-Moryson fest. In Zahlen ausgedrückt: Im vergangenen Jahr starteten 98 Castrop-Rauxeler Schüler auf einer weiterführenden Schule außerhalb des Stadtgebiets - beispielsweise in Waltrop oder Recklinghausen. Überwiegend kamen diese Schüler aus dem Norden der Stadt und gingen auf eine Gesamtschule. „Die Krux dabei ist: Wir hatten in Ickern mit der JKG sogar bis zum vergangenen Jahr noch eine Gesamtschule“, sagt Katrin Lasser-Moryson.«

Es klingt nicht nur paradox, vielmehr ist es paradox und nicht nur das – es ist eigentlich ein Skandal.

Marcel Witte stellt fest: »Der vor Jahren aufgestellte Schulentwicklungsplan sah andere Zahlen vor, die ganz plötzlich nicht mit der Realität übereinstimmten. „Zuwanderungen und zusätzliche Geburten“, führt die Sozialdezernentin Regina Kleff als Gründe auf.

Zuwanderungen lasse ich als Grund gelten, die Flüchtlingswelle traf Castrop-Rauxel deutlich. Ich gönne jedem Flüchtling das Recht auf einen ordentlichen Schulabschluss. Doch zusätzliche Geburten? Die Zahl der Geburten stieg, das ist Fakt. Doch diese Kinder gehen erst mit zehn oder elf Jahren auf eine weiterführende Schule. Heißt also im Umkehrschluss, dass sich das Problem über Jahre hinweg angedeutet hat. Ich frage daher: Wer hat hier gepennt?«


Es hat niemand gepennt, diese Schulschließung ist (wie auch all die anderen Schulschließungen in Castrop-Rauxel) vielmehr bewusst herbeigeführt worden, und die (Schul)Ausschussvorsitzende Katrin Lasser-Moryson (SPD) hat daran und an der von ihr diagnostizierten schulischen Unterversorgung im Norden ebenso bewusst mitgewirkt. Die Schulschließung ist eine der vielen traurigen Konsequenzen, die die Einsparpolitik der (regierenden) Rats-Parteien seit mehr als einer Dekade für die Bürgerinnen und Bürger bewirkt haben.

SPD und Konsorten war es 2012 wichtig, die sogenannte Sekundarschule zu gründen und die Janus-Korczak-Gesamtschule zu schließen, weil sie hierüber den Bestand der vorhandenen Gymnasien sichern wollten. Das wurde zwar nie ausgesprochen, war aber nach meiner Überzeugung so, und ich fühle mich durch die jüngsten Gymnasiumsgründungsabsichten der hiesigen SPD darin bestätigt.

Ich habe mir 2012 bereits an den Kopf gefasst: Bürgermeister Beisenherz & Co, die damals die Sekundarschule massivst bewarben, hatten seinerzeit die Parteivorsitzenden zu einer gemeinsamen Besprechung eingeladen, an der der damalige Vorsitzende Wilfried Vollmer und ich für die Linke gemeinsam teilnahmen.

Ich habe dem Bürgermeister und Lehrer Beisenherz damals gesagt, dass es völlig unlogisch sei, angesichts prognostizierter Schülerzahlenrückgänge auch noch die Eröffnung einer weiteren Schulform anzustreben. Aber anscheinend war ich der Einzige in der ganzen Runde, der logisch denken konnte, besser gesagt, denken wollte.

Bei einer Sondersitzung des Betriebsausschusses 2 zum Thema Sekundarschulen mit Dr. Harbeck am 21.03.2012 im Ratssaal, als die politischen Parteien den Gutachter hinsichtlich des Schulentwicklungsplanes für CAS befragen konnten, habe ich ihm gezielt die Frage gestellt, ob es wahrscheinlich sei, dass bei Nichtschließung der Janus-Korczak-Gesamtschule eines Tages die bestehenden Gymnasien zur Disposition stehen könnten. Und Herr Dr. Harbeck bestätigte das für mindestens eines der beiden.

Darum behaupte ich nach wie vor: Es ging – von allen anderen Beteiligten verschwiegen – in erster Linie darum, den Bestand der vorhandenen Gymnasien zu gewährleisten. Darum musste die Janus-Korczak-Gesamtschule geschlossen werden – darauf wird hier näher eingegangen. Der jüngste SPD-Vorschlag, angesichts der jetzigen Situation ein weiteres Gymnasium zu gründen, bestätigt mich.

...

  •       Zu dieser Dokumentation fühle ich mich anlässlich des genannten Artikels als ehemals Sachkundiger Bürger für die Fraktion DIE LINKE im Jugendhilfeausschuss und Schulausschuss der Stadt Castrop-Rauxel von November 2009 bis März 2013 und von Juni 2014 bis November 2014 verpflichtet. Ich bin also gewissermaßen Zeitzeuge.

Es begann mit meinem Leserbrief vorstehenden Inhaltes vom 13.05.2019 hinsichtlich eines lokalen Zeitungsartikels von Marcel Witte in der Ausgabe 'RN Castrop-Rauxel', 10.05.2019, Seite 15: Gesamtschule für den Norden?

Den Entwurf hierzu hatte ich den hiesigen Ratsfraktionen und -parteien zur Kenntnisnahme überlassen. Antwort kam am 13.05.2019 ausschließlich von Dr. Bert Wagener, seit 2009 Fraktionsvorsitzender der Grünen Ratsfraktion in Castrop-Rauxel und seit 2004 Mitglied im Kreistag Recklinghausen:

»Hallo Herr Beineke,

Danke für die Zuschrift, gerne können wir das persönlich besprechen, per Mail ist eine Diskussion immer schwierig.

In der Sache haben Sie vollkommen Recht, die Frage ist: was machen wir mit der Situation? Die JKG wurde von den Eltern abgewählt, die Hauptschule auch, die Gebäude sind da und die Gesellschaft möchte die FNR und beide Gymnasien.

So ganz viel Potenzial für eine weiter Schule gibt es nicht. Da liegt wahrscheinlich u.a. an der Lage der Immobilien. Während die "gut angenommenen" Schulen wie an einer Perlenschnur hintereinander liegen und mit dem 480ger von Süd nach Nord erreichbar sind, sieht es bei der JKG und auch der Sekundarschule anders aus...

Hinzu kommt, dass viele Eltern aus Ickern End die Kinder nach Waltrop und aus Castrop West nach Herne zur Schule schicken...

Hören wir mal, was die Eltern in der Befragung sagen....

Gruß
Bert Wagener
«

...

Da ist sie wieder, diese Behauptung »Die JKG wurde von den Eltern abgewählt, die Hauptschule auch… «

Das veranlasste mich zu folgender Antwort: 

Hallo Dr. Wagener, 

»die JKG wurde von den Eltern abgewählt« 

Danke für Ihre Rückmeldung, doch schauen Sie bitte mal, was ich zu diesem Stichwort unter dem 7. März 2014 über Leserbriefe an Ruhr Nachrichten, Stadtanzeiger und WAZ mitgeteilt habe: 

In Ickern gibt es demnächst keine einzige weiterführende Schule mehr. Hauptschule und Gesamtschule waren nämlich dem Schulexperiment Sekundarschule geopfert worden. Für die von SPD, Grünen und Schuldezernentin so hoch favorisierte Sekundarschule reichte es letztes Jahr für ein Mutterhaus im Süden mit einer Dependance im Norden. Und letztere steht heute – also nur ein Jahr später – vor dem Aus. 

An diesem Abenteuer ist auch die bei allen politischen Parteien mit Ausnahme der LINKEn ungeliebte Janusz-Korczak-Gesamtschule im Castrop-Rauxeler Norden zugrunde gegangen. 

Dabei hätte diese Gesamtschule das gesamte Schülerspektrum der weiterführenden Schule bis hin zum Abitur bedienen können – auch als inklusive Schule und im Sinne des längeren gemeinsamen Lernens. Es hätte politisch nur gewollt sein müssen.   

Für unseren diesbezüglichen Vorschlag im interfraktionellen Arbeitskreis unter Moderation der Schuldezernentin Petra Glöß, die infrage stehenden Standorte (Lange Straße, Uferstraße und Waldenburger Straße) unter dem Dach der bewährten Gesamtschulkonzeption anzupacken und zu reorganisieren, konnte sich niemand der Damen und Herren von SPD, Grünen, CDU, FDP und FWI erwärmen. 

„Die Eltern haben (mit ihrem Anmeldeverhalten, Anm.) entschieden!“ 

Diese listige Rhetorik, der sich auch schon mal gerne die Schuldezernentin bedient, hat jüngst ebenso Martin Buchholz von den Grünen übernommen: „Die Gesamtschule und die Hauptschule in Ickern sind von den Eltern schon vor Jahren nur noch in geringem Maße gewählt worden und mussten dementsprechend auslaufend geschlossen werden. Hierzu gab es letztendlich keine Alternative" – so konnte man in der hiesigen Presse am 6. März 2014 lesen. 

Ja, wieso eigentlich sollen sich Eltern anders entscheiden als die Politiker, wenn sie ihrerseits die Schule ebenfalls für unattraktiv halten. Aber anders als sie, die Eltern, haben die Politiker einen Gestaltungsauftrag und hätten der Gesamtschule über eine Reorganisation zu neuer Attraktivität verhelfen können. Und so etwas z. B. müssen Eltern von Politikern auch durchaus erwarten können. – Also, anders als Martin Buchholz behauptet, hat es selbstverständlich eine Alternative gegeben! 

Aber als die Janusz-Korczak-Gesamtschule in Ickern zur Erleichterung aller hiesigen politischen Parteien mit Ausnahme der LINKEn gerade mal 53 Anmeldungen für das Schuljahr 2012/2013 erhielt, konnte man sie getrost zu Grabe tragen. – Wie schön für die Politiker: Die verbreiten heute, die Eltern hätten entschieden. 

Als Konsequenz gibt es demnächst in Ickern keine weiterführende Schule mehr. 

Von wegen: Die Eltern haben entschieden. 

Ich kann mich noch gut an den interfraktionellen Arbeitskreis unter Moderation der Schuldezernentin Petra Glöß erinnern, in dem auch wir beide uns zum ersten Mal begegneten.

Beste Grüße
Jürgen Beineke

Seit dem 15.06.2019 wissen wir: »92 Kinder würden sofort zur Gesamtschule in Ickern gehen.« Die Ruhr Nachrichten veröffentlichten die ersten Ergebnisse der Elternbefragung zur Wahl der weiterführenden Schule.



152 Eltern haben angegeben, ihr Kind an einem Gesamtschulangebot an der Waldenburger Straße anmelden zu wollen; davon 92 Eltern von Kindern in der dritten Klasse.

Weiterführende Schulen: SPD und CDU nehmen Stellung zu Ergebnissen der Elternbefragung.

Derweil mischten sich Violetta Kroll-Baues und Stellvertreter Burkhard Edeler von der Willy-Brandt-Gesamtschule (WBG) ein und sprachen sich im Namen der Schulkonferenz gegen eine neue Gesamtschule aus.

Es ist nicht anzunehmen, dass die WBG selbstlos argumentiert. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Politik und Verwaltung die WBG um Erlaubnis bitten müssen, um Lösungen hinsichtlich einer objektiv bestehenden schulischen Unterversorgung in Ickern zu implementieren.




Mittlerweile gab es in der Ausgabe 'RN Castrop-Rauxel', 13.07.2019, Seite 18, eine Stellungnahme von Christel Sperz (FWI) zum Artikel „WBG gegen neue Gesamtschule“: Das entspricht nicht dem Elternwillen.





Diese Stellungnahme war Anlass für meinen nebenstehenden Leserbrief:








Quasi parallel zu meinem Leserbrief veröffentlichten die Grünen eine Stellungnahme, die mich zu einer einer Email an BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN CAS veranlasste:

 



Ausgabe 'RN Castrop-Rauxel', 17.07.2019, Seite 18 | Stellungnahme

Die Grünen schreiben: Wichtig, dass die WBG Wissen einbringt

»Wir sind sehr unglücklich darüber, dass insbesondere die CDU vorschnell und öffentlich aus der Elternbefragung geschlussfolgert hat, dass eine zusätzliche weiterführende Schule im Norden auf jeden Fall geschaffen werden müsse. Gleichzeitig wurde dabei die Sekundarschule als weitere „integrierte Schulform“ direkt abgeschrieben.«

Sehr geehrte Grüne,

die Schlussfolgerung, dass „dass eine zusätzliche weiterführende Schule im Norden auf jeden Fall geschaffen werden müsse“, braucht man nicht aus der hier in Rede stehenden Elternbefragung abzuleiten. – Ihre diesbezügliche Rüge ist völlig unangebracht.

Ich erlaube mir, Sie an die Tatsachen zu erinnern:

Durch den Schließungsbeschluss hinsichtlich der Janusz-Korczak-Gesamtschule 2012 gäbe es in Ickern demzufolge zukünftig keine einzige weiterführende Schule mehr. Hauptschule und Gesamtschule waren nämlich dem Schulexperiment Sekundarschule von SPD und Ihnen, den Grünen, und Schuldezernentin geopfert worden. Das wissen Sie so gut wie ich. Diese damals wie heute völlig überflüssige Schule (schließlich war die heutige Sekundarschule Süd ehedem eine Realschule, und mehr ist die Sekundarschule heute auch nicht. Daran ändert ihre irreführende Bezeichnung „integrierte Schulform“ auch nichts) ist in der Zwischenzeit gefloppt.

Wie konnten wir zwischenzeitlich in der Ausgabe 'RN Castrop-Rauxel', 10.05.2019, Seite 15, lesen:

»CASTROP-RAUXEL. Es klingt paradox: Im vergangenen Jahr lief die Janusz-Korczak-Gesamtschule in Ickern aus. Nur ein Jahr später wird aber wieder eine weiterführende Schule benötigt.«

»Die Zahlen zeigen, dass knapp 60 Prozent der Castrop-Rauxeler Schüler an weiterführenden Schulen nicht auf ein Gymnasium gehen. Doch eine neue Schule muss her, um den Bedarf zu decken. Die Tendenz geht daher zu einer neuen Gesamtschule im Castrop-Rauxeler Norden. Denn bereits jetzt zieht es einige Schüler an weiterführende Schulen in anderen Städten. „Der Norden ist in Sachen Schulangebote unterversorgt“, stellt die Ausschussvorsitzende Katrin Lasser-Moryson fest. In Zahlen ausgedrückt: Im vergangenen Jahr starteten 98 Castrop-Rauxeler Schüler auf einer weiterführenden Schulen außerhalb des Stadtgebiets - beispielsweise in Waltrop oder Recklinghausen. Überwiegend kamen diese Schüler aus dem Norden der Stadt und gingen auf eine Gesamtschule. „Die Krux dabei ist: Wir hatten in Ickern mit der JKG sogar bis zum vergangenen Jahr noch eine Gesamtschule“, sagt Katrin Lasser-Moryson.«

Und falls Sie und Katrin Lasser-Moryson es vergessen haben sollten: SPD & Grüne gehörten zu den Schließungsinitiatoren.

Das besondere Bonmot: Unter den Augen Hunderter demonstrierender Eltern, Lehrer und Schüler vornehmlich der Fridtjof-Nansen-Realschule (FNR) hat der Rat am 5. Juli 2012 mit einer knappen Mehrheit von 22 gegen 20 Stimmen bei einer Enthaltung einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung zweier Sekundarschulen gefasst. Die Entscheidung fiel nach einem gut dreistündigen Rededuell in geheimer Abstimmung gegen 20:30 Uhr. - Das bedeutete das faktische Aus für beide Realschulen sowie die Schillerschule.

Damit handelten Sie sich den Bürgerentscheid vom 28. Oktober 2012 ein: 13.270 Bürgerinnen und Bürger stimmten rechtsverbindlich dafür, die FNR am selben Standort in ihrer jetzigen Schulform als eigenständige Realschule zu erhalten. Ihre voreilige Schließung war hinfällig geworden: Eltern zwangen Sie, auf sie zu hören – was für eine Blamage!

Erinnern Sie sich noch an unsere gemeinsamen Erörterungen im interfraktionellen Arbeitskreis Schule bei Frau Glöß, als mir alle Parteien (auch FWI und CDU) immer und immer wieder erklärten, die Janusz-Korczak-Gesamtschule sei eine absolut unattraktive und verkehrstechnisch gesehen schlecht zu erreichende Schule. Sie alle verfolgten ausschließlich die Durchsetzung der eigenen Absicht, nämlich die ungeliebte Gesamtschule zu schließen.

Übrigens haben Sie, die SPD und Frau Glöß den damals sakrosankten Schulentwicklungsplan vom 27. Mai 2011 wie eine Monstranz vor sich hergetragen und den Bürgerinnen und Bürgern Ihre Schulschließungsorgie beschert.

Und Ihre jetzige Stellungnahme kann auch nicht anders interpretiert werden, als dass Sie lieber nicht an das Thema Gesamtschule für Ickern heranwollen. Was ist dagegen einzuwenden, die ehemalige Janusz-Korczak-Gesamtschule als Dependance der bereits vorhandenen Willy-Brand-Gesamtschule fortzuführen?

Und schauen Sie doch mal, genannter Schulentwicklungsplan wusste damals bereits Vorschläge für den Fortbestand der Janusz-Korczak-Gesamtschule zu machen:

»Die Willy-Brandt-Gesamtschule kann als vierzügige Gesamtschule langfristig gesichert fortgeführt werden; das Raumprogramm ist vorhanden. Die Zügigkeit der Willy-Brandt-Gesamtschule sollte möglichst schon kurzfristig auf vier Züge begrenzt werden, damit sich die Schülerzahl der Janusz-Korczak-Gesamtschule stabilisieren kann.


Problematisch ist die Entwicklung der in die Dreizügigkeit schrumpfenden Janusz-Korczak-Gesamtschule im nördlichen Stadtteil Castrop-Rauxel-Ickern. Hier könnten sich mit der Zügigkeitsbegrenzung der Willy-Brandt-Gesamtschule wie auch im Zuge der Freigabe des Elternwillens und der damit verbundenen Auflösung des Hauptschulangebotes im Norden der Stadt Castrop-Rauxel wieder etwas höhere Schülerzahlen einstellen; mittel- bis längerfristig wird die Gesamtschule jedoch damit allenfalls eine Dreizügigkeit stabilisieren können.


Nicht zuletzt auch unter dem sich abzeichnenden Handlungsdruck, für den Fortbestand der Janusz-Korczak-Gesamtschule und zugleich auch für den Erhalt einer Oberstufe im Norden der Stadt Castrop-Rauxel eine schulversorgerisch verträgliche Lösung zu finden, wird vorgeschlagen, die Fridtjof-Nansen-Realschule langfristig als Nukleus - zusammen mit dem Beruflichen Gymnasium des benachbarten Berufskollegs - zu einem strukturoffenen Sekundarschulstandort für die Stadtregion Castrop-Rauxel-Nord auszubauen.«

Jetzt die Argumentation der Willy-Brandt-Gesamtschule (u. a. Abschulungen) ins Rennen zu bringen, wie u. a. Sie das tun, finde ich angesichts der seit Jahren andauernden Diskussion um inklusive Beschulung ganz besonders perfide. Abschulung sollte angesichts dieser langanhaltenden Diskussion skandalisiert und nicht als Argument verwendet werden.

In diesem Zusammenhang erinnere ich genüsslich: Pünktlich zum Inkrafttreten des 9. Schulrechtsänderungs-gesetztes, mit dem zum 1. August 2014 die Schulische Inklusion in NRW auf den Weg gebracht werden soll, legte uns auch die neue Castrop-Rauxeler Ratskoalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP ihren Koalitionsvertrag vor.

Doch siehe da: In dem 41 Seiten umfassenden Papier wird das Thema Schulische Inklusion nicht behandelt. Dieser Begriff wird demonstrativ gemieden.

Meine Argumentation damals: Es reicht nicht, dieses Thema im Rahmen eines allgemeinen Inklusionsplanes quasi am Rande mit zu erledigen. - Schulische Inklusion sollte vielmehr Pilot-Charakter haben, an dem man exemplarisch lernen kann.

Kann es sein, dass ganz besonders Politiker für amnestische Verarbeitungsprozesse anfällig sind?

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Beineke

 

 

Auf diesen Brief habe ich bis heute keine Antwort erhalten.

 

Sehr praktisch zudem für die Lokalpolitiker: Es gibt ein zweites, sehr dominierendes Thema, nämlich das  über den Todesstoß für die 250 Jahre alte Eiche an der Heerstraße, die Opfer des Bebauungsplanes werden soll, und das in der öffentlichen Auseinandersetzung sehr viel Raum einnimmt. Der Umweltausschuss hatte nämlich entschieden, dass der Baum für das Neubauprojekt „Wohnen an der Emscher“ weichen soll, was die Bürgerinnen und Bürger zu heftigem aktivem Widerstand bewegt.

 

...

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